Empathie

Wie ermöglicht unser Gehirn Empathie? Kann man Empathie lernen und welchen Nutzen stiftet Empathie?

Das Mitgefühl (Empathie) beruht auf mehreren Mechanismen. Einer davon ist die Fähigkeit, die Sichtweise (Perspektive) anderer Personen zu übernehmen (kognitive Empathie), eine andere die Gefühls-Spiegelung (emotionale Empathie). Im sozialen Miteinander hilft Empathie nicht nur den jeweils anderen Menschen, sondern im Gegenzug auch jedem Einzelnen. Insofern unterstützt Empathie Kooperation und somit nicht zuletzt auch die Erreichung eigener Ziele.

Perspektivenübernahme

Die Tatsache, dass man eine fremde Perspektive zu verstehen meint, beruht zum Teil auf bestimmten Erwartungen, die man auf Grund von bisher beobachteten Verhaltensweisen aufbaut.
Solche Erwartungen können erst nach Reifung des Stirnhirns und auf Grund von Erfahrungen im Laufe der ersten Lebensjahre entwickelt werden: Annes Ball wurde in ihrer Abwesenheit vom Korb in einen Schrank gelegt. Ein Kind beobachtet das und wird gefragt: Wo wird Anne ihren Ball suchen? Wenn das Kind die Perspektive von Anne nicht übernehmen kann, wird es eine falsche Antwort geben. Es kann jedoch in Extremsituationen überlebenswichtig sein, Reaktionen anderer Menschen richtig vorauszusehen.

Emotionsübertragung

Gesten oder Lautäußerungen werden verstanden, weil sogenannte Spiegelzellen im eigenen Körper analoge Impulse zu den entsprechenden Gesten oder Lautäußerungen veranlassen, auch ohne offene Nachahmung. Auf diese Weise kann der innere Zustand, der die beobachteten Gesten oder Lautäußerungen veranlasste, direkt nachempfunden werden. Es gibt einen Befund, dass die eigene Mimik (zum Beispiel wenn das Gesicht lächelt) imstande ist, unbewusst das eigene Befinden zu beeinflussen (sodass im Beispiel die Stimmung aufgehellt wird). Ähnliches dürfte auch bei der Beobachtung einer positiv oder negativ aufgeregten Person geschehen (emotionale Empathie). Die Beobachtung von Anspannung, Aggressionen oder Leid führt meist unwillkürlich zur Übernahme dieser Emotion (Emotionsübertragung).

Manche Emotionsforscher setzen voraus, dass die Fähigkeit zur emotionalen Empathie nur dann vorhanden ist, wenn es beim Beobachter Verknüpfungsstellen zwischen den wahrnehmenden Gehirnteilen und der Steuerung körperlicher körperlichen Reaktionen gibt (somatische Marker). Allerdings darf nicht vergessen werden, dass die Lenkung der Aufmerksamkeit auf Signale von Mitmenschen und die Befolgung moralischer Postulate weitgehend erlernt ist.

Empathie kann man lernen

Die Fähigkeit zur Empathie kann man lernen (s. Forschungsliteratur). Dies geschieht am besten dadurch, dass man den äußeren Reaktionen anderer Menschen Beachtung schenkt, um ihr Verhalten besser vorhersagen zu können. Dazu muss man beobachten, was bestimmte Personen üblicherweise tun und man muss lernen, welche Äußerungen (mit Worten, Gesten oder Mimiken) üblicherweise mit welchen Verhaltensweisen einhergehen.

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